Warum „Ich brauche ein Schneckengetriebe“ nie ausreicht
Jede Anfrage zu Schneckengetrieben, die bei Korea Ever-Power eingeht, wird mit denselben Fragen beantwortet. Nicht etwa, weil die Antworten schwierig wären, sondern weil sie in den meisten Anfragen fehlen. Fehlende Parameter verzögern die Angebotserstellung um einen Bearbeitungsschritt pro fehlendem Parameter. Eine Spezifikation mit allen zehn bestätigten Parametern führt innerhalb eines Werktages zu einem Angebot. Bei drei Parametern kann es hingegen eine Woche an Klärungsbedarf erfordern, bis die Spezifikation ausreichend konkret für eine Preiskalkulation ist – und diese Woche liegt oft im kritischen Bereich eines Maschinenentwicklungsprogramms.
Die zehn Parameter sind nicht willkürlich gewählt. Sie folgen einer logischen Abfolge: Jeder Parameter schränkt die Optionen für den nächsten ein. Beginnen Sie mit dem Übersetzungsverhältnis, um die Anlaufzahl zu bestimmen. Die Anlaufzahl bestimmt den Wirkungsgrad, der wiederum das Drehmomentbudget beeinflusst. Das Drehmoment bestimmt das Modul. Modul und Übersetzungsverhältnis bestimmen gemeinsam den Achsabstand. Der Achsabstand ist der Wert, den das Gehäuse aufnehmen muss. Alles basiert auf dem ersten Parameter: dem erforderlichen Übersetzungsverhältnis. Die richtige Reihenfolge verhindert den häufigsten Spezifikationsfehler – die Auswahl eines Moduls und die anschließende Feststellung, dass es mit dem verfügbaren Gehäuseraum kollidiert.
Die 10 Parameter in der Reihenfolge:
- Übersetzungsverhältnis i
- Startzähler z1
- Modul m
- Ausgangsdrehmoment T2
- Mittenabstand a
- Bohrungs- und Wellenpassung
- Keilwelle
- Material- und Belastungsklasse
- Präzisionsklasse
- Dokumentationspaket
Die 10 Spezifikationsparameter – Was jeder einzelne erfordert und warum
01
Übersetzungsverhältnis i = n₁ ÷ n₂
Beginnen Sie mit der Motordrehzahl (n₁) und der erforderlichen Abtriebswellendrehzahl (n₂). Das Übersetzungsverhältnis i = n₁ ÷ n₂ ist die wichtigste Auslegungsgröße – alles Weitere ergibt sich daraus. Ein 4-poliger Motor mit 1450 U/min, der eine Welle mit 29 U/min antreibt, benötigt ein Übersetzungsverhältnis von i = 50:1. Berechnen Sie immer zuerst das exakte Übersetzungsverhältnis und wählen Sie dann das nächstliegende Standardübersetzungsverhältnis aus dem Katalog oder geben Sie ein individuelles Verhältnis an. Standardübersetzungen (10, 15, 20, 25, 30, 40, 50, 60, 80, 100:1) entsprechen möglicherweise nicht exakt Ihren Anforderungen. Nicht standardmäßige Übersetzungsverhältnisse sind in der Stufe 3 (halbkundenspezifische Spezifikation) ohne Neuwerkzeug erhältlich. Das Übersetzungsverhältnis bestimmt auch, ob Selbsthemmung möglich ist: Bei hohen Übersetzungsverhältnissen (≥ 30:1 mit einstufigem Schneckengetriebe) ist Selbsthemmung in der Regel gegeben; bei niedrigen Übersetzungsverhältnissen muss sie überprüft werden.
02
Startzähler z1 (1, 2 oder 4)
Die Anzahl der Anläufe bestimmt zwei Eigenschaften gleichzeitig: Selbsthemmung und Wirkungsgrad. Einzelanlauf (z1=1): Flacher Anstellwinkel → Selbsthemmung bei den meisten Übersetzungsverhältnissen → Wirkungsgrad 50–75 µT. Doppelanlauf (z1=2): Verbesserter Wirkungsgrad auf 72–82 µT → Selbsthemmung nur bedingt. Vieranlauf (z1=4): Wirkungsgrad 83–90 µT → Selbsthemmung nicht erreichbar. Geben Sie z1=1 an, wenn Lasthaltung (Sicherheits-Selbsthemmung) erforderlich ist – z. B. bei Schrägförderern, Hebezeugen und Cobot-Gelenken. Überprüfen Sie die Selbsthemmung bei maximaler Betriebstemperatur, nicht bei Umgebungstemperatur: Der Reibungskoeffizient sinkt mit der Temperatur, wodurch die Selbsthemmung bei einem Antrieb, der bei 20 °C, aber nicht bei 70 °C Gehäusetemperatur selbsthemmend wirkt, unter Umständen aufgehoben wird.
03
Modul m (aus dem Drehmoment, nicht aus dem Übersetzungsverhältnis)
Der Modul wird anhand des erforderlichen Drehmoments und nicht anhand des Übersetzungsverhältnisses ausgewählt. Die Drehmoment-Modul-Beziehung für ein Zinnbronze-Rad lautet: T₂_rent ≈ 0,9 × m³ × z₂ × 120 MPa (Näherungswert für ZCuSn10Pb1 bei mittlerer Drehzahl). Für ein erforderliches T₂ von 300 Nm bei einem Übersetzungsverhältnis von 50:1 (z₂ = 50): m³ ≥ 300 / (0,9 × 50 × 0,12) → m³ ≥ 55,6 → m ≥ 3,82 → Modul M4 wählen. Standardmodule: M1, 1,25, 1,5, 2, 2,5, 3, 4, 5, 6, 8, 10. Nicht-Standardmodule (M3,5, M4,5, M7) erfordern kundenspezifische Werkzeuge der Stufe 4. Wählen Sie stets ein Standardmodul, das eine Stufe über dem berechneten Mindestwert liegt, um eine Service-Faktor-Marge zu gewährleisten.
04
Ausgangsdrehmoment T₂ (Last × Betriebsfaktor)
Das aus der Anwendung berechnete Drehmoment beträgt: T₂ = F × r für lineare Mechanismen (F = Lastkraft, r = Hebelarm) bzw. T₂ = P/ω für Drehmechanismen. Ein Betriebsfaktor ist anzuwenden: 1,0–1,25 für gleichmäßige, konstante Last (Ventilatoren, Pumpen); 1,5 für mäßige Stöße (Anlauf von Förderbändern unter Last); 2,0–2,5 für starke Stöße (Materialtransport mit potenziellen Blockaden, häufiges Anfahren und Anhalten). Das Auslegungsdrehmoment T₂_Auslegung = T₂_Last × Betriebsfaktor. Das Motordrehmoment an der Abtriebswelle ist nicht gleich dem Auslegungsdrehmoment: T₂_Motor = T_Motor × i × η – die Wirkungsgradminderung bedeutet, dass der Motor ein höheres Eingangsdrehmoment als das durch das Übersetzungsverhältnis dividierte Lastdrehmoment liefern muss.
05
Mittelpunktabstand a (abgeleitet, nicht gewählt)
Sobald Modul, Anlauf- und Zähnezahl festgelegt sind, wird der Achsabstand bestimmt: a = m(q + z₂)/2, wobei q der Durchmesserquotient ist (typischerweise 8–16, oft gewählt als q = 12 oder q = 10). Für M4 gilt: q = 12, z₂ = 50: a = 4(12 + 50)/2 = 124 mm. Der Achsabstand ist keine freie Variable. Das Maschinengehäuse muss den berechneten Achsabstand innerhalb der für die Präzisionsklasse erforderlichen Toleranz aufnehmen (typischerweise ±0,10 mm für Standard-, ±0,05 mm für Präzisionsantriebe). Die Gehäusekonstruktion bzw. -auswahl ergibt sich aus dem Achsabstand – konstruieren Sie nicht zuerst das Gehäuse und passen Sie dann den Zahnradsatz daran an.
06
Bohrungsdurchmesser und Wellenpassung
Die Bohrung wird gemäß Toleranz H7 (Standardbohrungsbasis) gefertigt. Wellenpassung: H7/k6 – Übergangspassung, demontierbar für Wartungsarbeiten; H7/n6 – leichte Übermaßpassung, Standard-Festmontage für mittlere Beanspruchung; H7/p6 – mittlere Übermaßpassung, für Anwendungen mit hoher Stoßbelastung (Montage erfordert Hydraulikpresse oder Erwärmung). Nicht standardmäßige Bohrungsdurchmesser (beliebige Werte, nicht nur Katalogstufen) sind als Sonderanfertigung der Stufe 2 mit einer Lieferzeit von 2–4 Wochen und ohne Werkzeugkosten erhältlich. Bitte geben Sie den Bohrungsdurchmesser auf 0,1 mm genau und die Passungsart explizit an. Duplex-Schneckenwellen (einstellbares Zahnflankenspiel) benötigen eine andere Wellenpassung – H7/g6-Spielpassung zur axialen Einstellung.
07
Keilnutabmessungen
Die Abmessungen der Keilnut richten sich nach DIN 6885A und sind abhängig vom Bohrungsdurchmesser. Bei einer Bohrung von 30 mm: 8 × 7 mm Keilnut (8 mm breit × 7 mm hoch). Bei einer Bohrung von 50 mm: 14 × 9 mm Keilnut. Bitte geben Sie Folgendes an: (1) Keilnutnorm (DIN 6885A, metrische Standardnorm), (2) Toleranz der Keilnutbreite (JS9 für normales Spiel; P9 für Presspassung), (3) ob eine Gewindebohrung benötigt wird. Falls keine Keilnut benötigt wird, geben Sie dies bitte explizit an. Ohne diese Angabe wird standardmäßig bei allen Bohrungen über 10 mm eine Keilnut eingearbeitet. Falls zwei Keilnuten (im 90°-Winkel zur Ausbalancierung oder Redundanz) benötigt werden, muss dies bei der Bestellung angegeben werden.
08
Material- und Belastungsklasse
Das Wellenmaterial bestimmt Härte und Härtbarkeit, das Felgenmaterial Verschleißfestigkeit und Festigkeit. Diese beiden Materialien bilden ein Paar – die richtige Kombination hängt von der Belastungsklasse und den Umgebungsbedingungen ab. D1 leicht: C45 induktionsgehärtet + ZCuSn10Pb1. D2 mittel: 40Cr durchgehärtet + ZCuSn10Pb1. D3 schwer: SCM415 einsatzgehärtet + ZCuAl10Fe3. Lebensmittel/Schifffahrt: SS316 + SS316 oder SS316 + ZCuSn10Pb1. Die Angabe der Wellengüte allein („Ich brauche eine 40Cr-Welle“) ist unzureichend – die Felgenlegierung muss ebenfalls angegeben werden. Eine 40Cr-Welle in Kombination mit einer ZCuAl10Fe3-Felge weist unter bestimmten Bedingungen einen unzureichenden Härteunterschied auf; siehe [Referenz einfügen]. Leitfaden zur Materialauswahl für Paarungsregeln.
09
Präzisionsklasse (DIN 5–12)
Die DIN-Präzisionsklasse legt die zulässigen Toleranzen für Steigungs-, Profil- und Teilungsfehler sowie Zahndicken fest. DIN 12: Standard (nur Wälzfräsen, allgemeine Industrieanwendungen); DIN 9–10: Standardindustrie (gewälzfräsen + ggf. taktschleifen); DIN 7–8: Präzision (gewindegeschliffen); DIN 5–6: Hohe Präzision (geschliffen und geläppt, für Roboter- und Positionierantriebe). Jede höhere Präzisionsstufe verdoppelt in etwa die Fertigungskosten. Geben Sie die Mindestklasse an, die Ihre Anwendung erfordert. Eine zu hohe Präzision nach DIN 6 für einen Lagerförderantrieb verursacht unnötige Kosten ohne betrieblichen Nutzen; eine zu niedrige Präzision nach DIN 9 für einen Indexierroboter führt zu Positionsfehlern. Geben Sie die benötigte Präzisionsklasse zusammen mit der Anwendungsart an, damit Korea Ever-Power die Eignung der Spezifikation prüfen kann.
10
Dokumentationspaket
Der Dokumentationsumfang muss Ihren Qualitätsanforderungen entsprechen. Standardlieferung: Materialzertifikat (Chargenrückverfolgbar) + CMM-Maßprüfbericht. Lebensmittel/HACCP: zusätzlich Oberflächenrauheitsmessung (Ra-Wert) + NSF H1-Bestätigung der Schmierstoffverträglichkeit + HACCP-Zonenbeschreibung. Schifffahrt/Offshore: zusätzlich 500-Stunden-Salzsprühtest nach ASTM B117. Medizinprodukte (ISO 13485): zusätzlich Biokompatibilitätsnachweis nach ISO 10993-1 + Wärmebehandlungsprotokoll + Werksprüfzeugnis. Automobilhersteller (PPAP): PPAP-Level 1, 2 oder 3 angeben. Dokumentationsanforderungen können nicht immer nachträglich für eine bereits versendete Bestellung erfüllt werden – geben Sie diese daher bitte bei der Bestellung an. Korea Ever-Power prüft die Verfügbarkeit vor Auftragsannahme.
Beispielrechnung: Von Motor + Last zur vollständigen Spezifikation
Anwendung: Schrägförderband, Lagerverteilzentrum. Motor: 4-polig, 1450 U/min, 3 kW. Antriebstrommeldurchmesser: 200 mm (erforderliche Drehzahl: 38,2 U/min). Neigung: 15°, Lastmasse: 600 kg. Standardmäßige industrielle Innenumgebung.
Parameteraufbau
① Verhältnis
1450 ÷ 38,2 = 37,96 → Standard 40:1 (Ausgangsdrehzahl 36,25 U/min — zulässig ±5%)
② Startzähler
Steigung erfordert Lastensicherung → z1 = 1 (Selbstverriegelung bei einer Gehäusetemperatur von 65°C prüfen)
③ Drehmoment
F = 600 × 9,81 × sin15° + 0,15 × 600 × 9,81 × cos15° ≈ 2.368 N; T2 = 2.368 × 0,10 = 237 Nm; SF=1,5 → T_design = 355 Nm
Modul ④
m³ ≥ 355 / (0,9 × 40 × 0,12) = 82,2 → m ≥ 4,34 → Modul M5 (m³=125)
⑤ Abstand zwischen den Mittelpunkten
a = 5(12+40)/2 = 130 mm
⑥ Bohrung
Wellendurchmesser 35 mm, mittlere Beanspruchung, stoßfrei → ⌀35 mm H7/n6
⑦ Keilnut
35 mm Bohrung → 10×8 mm DIN 6885A
⑧ Material
D2 mittel, kein Schock → 40Cr-Welle (50–56 HRC) + ZCuSn10Pb1-Rad
⑨ Präzision
Förderband im Lager → DIN 8
⑩ Dokumentation
Standardindustrie → Materialzertifikat + CMM-Bericht
Von der Spezifikation zum fertigen Zahnradsatz
Druckbare Spezifikations-Checkliste
Korea Ever-Power – Checkliste für Anfragen zu Schneckengetrieben (bitte an
[email protected] senden)
Motordrehzahl (U/min)
Erforderliche Ausgangsdrehzahl (U/min)
Übersetzungsverhältnis i (berechnet)
Startzähler z1 (Selbstverriegelung erforderlich?)
Erforderliches Drehmoment (Nm)
Servicefaktor angewendet
Auslegungsdrehmoment T_design (Nm)
Modul m — oder anhand des Drehmoments bestätigen
Mittenabstand a (mm)
Bohrungsdurchmesser (mm)
Wellenpassungstyp (H7/k6 / n6 / p6)
Keilnut (DIN 6885A Breite×Höhe oder keine)
Schneckenwellenmaterial + Härte
Schneckenrad-Legierung
Dienstklasse D1–D4
Präzisionsklasse (DIN 5–12)
IP-Schutzart erforderlich
Betriebstemperaturbereich (°C)
Besondere Umgebung
Erforderlicher Dokumentationsstandard